Die erste eigene Immobilie – worauf es beim Kauf ankommt

Die Entscheidung für den Erwerb eines Eigenheims ist von äußerst großer Tragweite. Schließlich geht es beim Immobilienkauf um sehr viel Geld. Zugleich lauern beim Kauf mehrere Fallstricke, die viele private Immobilienkäufer jedoch nicht kennen. Umso wichtiger ist es, sich vor dem Immobilienerwerb zu informieren.

Außerdem lässt sich der Kauf einer Immobilien nicht einfach wieder rückgängig machen. Der Kaufvertrag wird beim Notar geschlossen und ist daher verbindlich. Folglich dürfen keine Fehler gemacht werden. Die wichtigsten Fallstricke und Hindernisse haben wir hier erläutert.

Ein Blick auf die Kosten

Zunächst sollten sich angehende Immobilienkäufer darüber im Klaren sein, dass stattliche Kosten auf sie zukommen. Diese beschränken sich keineswegs auf den Kaufpreis der Immobilie. Sie reichen weit darüber hinaus. Fällig werden sogenannte Erwerbsnebenkosten, die sich wie folgt zusammensetzen.

Da wäre zunächst die Grunderwerbsteuer. Sie wird vom Fiskus erhoben und ist zwingend abzuführen. Ohne Bestätigung durch das Finanzamt kann die endgültige Umschreibung des Immobilieneigentums nicht erfolgen. Die Höhe der Grunderwerbsteuer schwankt von Bundesland zu Bundesland, das Spektrum beläuft sich von 3,5 bis 6,5 Prozent. Berechnungsgrundlage ist jeweils der Kaufpreis der Immobilie.

Genauso verhält es sich bei den Kosten für Grundbuchamt und Notar. Im Allgemeinen gilt, dass sie sich zusammen auf weitere 1,5 Prozent vom Kaufpreis der Immobilie belaufen. Folglich ist je nach Bundesland mit Mindestkosten von 5 bis 8 Prozent zu rechnen.

Sollte noch ein Immobilienmakler an der Transaktion beteiligt sein, wird es noch teurer. Einige Makler schrecken nicht davor zurück, eine Courtage von bis zu 6,5 Prozent zu berechnen.

Je nach Objekt können natürlich noch individuelle Kosten hinzukommen. Wer z.B. einen Bauplatz erwirbt, muss unter Umständen noch Erschließungskosten einplanen. Allerdings lassen sich gerade diese Kosten im Vorfeld relativ gut beziffern. Vorbereitung ist eben alles!

Eine gezielte Objektwahl ist unverzichtbar

Es kam schon vor, dass sich Käufer bei der Objektwahl falsch entschieden haben. Leider kann solch eine Fehlentscheidung richtig teuer enden. Deshalb ist vor dem Kauf unbedingt zu klären, welche Anforderungen an das Objekt gestellt werden. Hierbei empfiehlt es sich, unbedingt eine gute Zukunftsplanung zu machen. Wenn sich z.B. junge Paare für den Eigenheimerwerb entscheiden, kann es gut sein, dass einige Jahre später der erste Nachwuchs folgt. Für den sollte natürlich ausreichend Platz vorhanden sein.

Im Zusammenhang mit der Objektwahl ist auch der gegenwärtige Zustand zu berücksichtigen. Schon so mancher Immobilienkäufer dachte er hätte ein Schnäppchen gemacht, obwohl er tatsächlich ein teures Sanierungsobjekt erwarb. Gerade bei Bestandsobjekten ist es ratsam, diese zuvor von einem Gutachter ansehen zu lassen. Es muss gar kein sehr umfassendes Gutachten erstellt werden. Üblicherweise genügt es, das Gebäude zumindest grob bewerten zu lassen. Mögliche Schäden an der Bausubstanz oder ähnlichen Probleme werden im Regelfall entdeckt.

Die Kosten für einen Gutachter sind natürlich vom Käufer zu tragen. Aber letztlich ist dieses Geld gut investiert. Immerhin können schon ein paar hundert Euro genügen, um einen großen Fehlkauf zu verhindern.

Stolpersteine bei der Finanzierung

Ein ganz erheblicher Stolperstein lockt bei der Finanzierung der Immobilie. Leider kommt es immer wieder vor, dass sich Menschen auf die Suche nach einem Eigenheim begeben, ohne zuvor eine Finanzierungszusage einzuholen. Damit ist nicht gemeint, dass sie gleich eine Baufinanzierung abschließen. Allerdings sollten sie zumindest prüfen, ob sich eine Bank dazu bereit erklärt, den Erwerb einer Immobilie zu finanzieren. Wer ohne Finanzierungszusage einen notariellen Kaufvertrag unterschreibt, geht ein finanzielles Risiko ein. Sollte sich später keine Bank finden, drohen erhebliche Schwierigkeiten.

Ebenso sollte bei der Finanzierung darauf geachtet werden, dass eine rechtzeitige Auszahlung gewährleistet ist. Anders als beim Ratenkredit wird der Kreditbetrag nicht so schnell ausgezahlt. Die Bank wird die Auszahlung des Darlehens erst veranlassen, nachdem diverse Voraussetzungen erfüllt sind. Die sogenannten Auszahlungsvoraussetzungen sind ungemein breit gefächert, sodass angehende Darlehensnehmer nicht zulange warten sollten. Alle von der Bank noch geforderten Dokumente werden am besten zeitnah zusammengestellt und eingereicht, damit die Auszahlung hoffentlich termingerecht erfolgen kann. Übergasweise besteht die Möglichkeit, um im Geldfluss nicht ins stocken zu geraten, den Finanziellen-Ablauf über eine Kreditkarte laufen zu lassen. Dadurch kann im Notfall ein Puffer erzeugt werden. Informationen zu einer passenden Karte oder einem Konto kann auf www.kreditzentrale.at eingesehen werden.

Als möglicher Stolperstein gilt außerdem die Wahl der Zinsbindung. Viele Immobilienkäufer tendieren dazu, den Zinssatz ihres Immobiliendarlehens nur für kurze Zeit festzuschreiben. Der Grund dafür ist ein ganz einfacher: Je kürzer die Zinsbindung, desto niedriger ist üblicherweise der Zinssatz bemessen. Doch eine kurze Zinsbindung hat zur Folge, dass schon nach relativ kurzer Zeit über eine Anschlussfinanzierung verhandelt werden muss. Sollten die Marktzinsen in der Zwischenzeit angezogen haben, könnte die Finanzierung deutlich teurer werden. Deshalb ist es sinnvoll, die Zinsen – vor allem wenn die Finanzierung zu einem günstigen Zeitpunkt erfolgt – möglichst lange festzuschreiben.

Aufgepasst bei Immobilien im Ausland

Die Immobilie muss sich nicht zwangsläufig im Inland befinden. Viele Deutsche erwerbe Immobilien im Ausland. Diese werden vor allem als Ferienobjekte genutzt. Ebenso gibt es Menschen, die auswandern und sich in einem fernen Land ein neues Leben aufbauen möchten.

In solchen Fällen ist zu beachten, dass vollkommen andere Bedingungen gelten. Egal ob Kaufvertrag oder Finanzierung, die Unterschiede sind groß. Wer mit diesen Bedingungen nicht genauestens vertraut ist, sollte sich unbedingt Hilfe bei einem Fachmann holen. Andernfalls wäre der Immobilienerwerb sehr riskant.